Schädlingsbekämpfung III: Wühlmäuse und Maulwürfe

schaedlinge3-1Die Blumen blühen üppig, der grüne Rasen präsentiert sich geradezu Wimbledon-reif, Obst und Gemüse sprießen kräftig – so wünscht es sich jeder Gärtner. Wenn da nur nicht immer diese Schädlinge wären! Viele Gartenfreunde führen einen nie endenden Kampf gegen die Plagegeister und greifen schließlich entnervt zur Chemiekeule. Aber Pflanzenschutzmittel sind letztlich Gifte, die in der Nahrung beziehungsweise im Grundwasser landen und der Umwelt schaden. Wie Sie den Einsatz von chemischen Präparaten vermeiden, verrät dieser mehrteilige Ratgeber. Im dritten und letzten Teil: alles über Wühlmäuse und Maulwürfe.

Wühlmaus oder Maulwurf – Das ist hier die Frage

Der Rasen hat sich in eine Hügellandschaft verwandelt, die an die Voralpen erinnert, im Gemüsebeet und in den Blumenbeeten hat ein Massensterben eingesetzt: Klarer Fall, da ist was faul im Garten, ein Störenfried treibt sein Unwesen. Bevor es daran geht, eine Abwehrstrategie zu entwickeln, muss der Eindringling erst mal identifiziert werden: Handelt es sich um eine Wühlmaus oder um einen Maulwurf? Das herauszufinden, ist in zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen sind Wühlmäuse im Gegensatz zu Maulwürfen eine echte Bedrohung für die Pflanzen im Garten. Ihre Anwesenheit erfordert schnelles Handeln, da sie sich rasant vermehren. Und zum anderen stehen Maulwürfe unter Naturschutz, ihnen darf kein Haar gekrümmt werden. Der Wühlmaus kann und sollte man dagegen mit rabiaten Mitteln zu Leibe rücken.

schaedlinge3-2Wühlmäuse sind Schädlinge – Maulwürfe nicht

Sowohl Wühlmäuse als auch Maulwürfe unterziehen den Garten mit unterirdischen Gräben und hinterlassen dabei Erdhaufen, die vor allem auf dem Rasen ein optisches Ärgernis sind. Zusätzlich droht Stolpergefahr durch einsackende Gänge. Wühlmäuse sind darüber hinaus echte Schädlinge und eine Bedrohung für den Garten. Sie zerfressen Wurzeln und Knollen, was häufig zum Absterben der angeknabberten Pflanzen führt.

Maulwürfe gehören dagegen nicht zu den Schädlingen. Die Fleischfresser verputzen Schnecken, Engerlinge und andere Schädlinge, sind somit eigentlich ein Segen für den Garten – wenn da bloß nicht die Maulwurfhaufen wären…

So identifiziert man den Eindringling

Ob sich eine Wühlmaus oder ein Maulwurf durch den Garten gräbt, erkennen Sie anhand der Gänge und Erdhaufen:

  • Wühlmaus: Die mit Pflanzenresten durchsetzten Erdhaufen sind klein, flach, unregelmäßig verteilt und fallen kaum ins Auge.

Die dicht unter der Oberfläche und relativ gerade verlaufenden Gänge sind etwa fünf Zentimeter breit und acht Zentimeter hoch, haben die für Wühlmäuse typische ovale Form im Hochformat. Die Wände der Gänge sind frei von Wurzeln, da die Wühlmaus diese wegknabbern.

  • Maulwurf: Die Erdhaufen sind frei von Pflanzenresten, hoch, kuppelförmig, in regelmäßigen Abständen verteilt und optisch auffällig.

Die unterschiedlich tief gelegenen und stark gewundenen Gänge sind etwa zwei Finger breit und damit kleiner als die der Wühlmäuse, haben eine ovale Form im Querformat. Die Wände sind mit Wurzeln durchsetzt.

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, führen Sie eine sogenannte Verwühlprobe durch und öffnen die Gänge. Handelt es sich um eine Wühlmaus, wird sie die Öffnungen binnen Minuten, aber spätestens nach etwa sechs Stunden wieder geschlossen haben. Der Maulwurf lässt sich dagegen deutlich mehr Zeit, reagiert erst nach einigen Tagen.

schaedlinge3-3So wird man Wühlmäuse los

Bei Wühlmäusen empfehlen Experten, gar nicht erst mit Hausmitteln herumzuexperimentieren, sondern gleich die harte Tour zu fahren. Zwei Maßnahmen sind besonders effektiv: Die eine sind Fallen, die es als Lebendfallen gibt und auch als Totschlagfallen, die die Tiere schnell und schmerzlos töten. Die andere Variante trägt den unschönen Namen „Wühlmausbegasung“. Dabei werden zum Beispiel spezielle Pellets in die Gänge gesteckt, die Phosphorwasserstoff enthalten. Die Feuchtigkeit des Bodens sorgt dafür, dass der Phosphorwasserstoff freigesetzt wird und die Wühlmäuse durch das Gas getötet werden.

So wird man Maulwürfe los

Da Maulwürfe unter Naturschutz stehen, dürfen die Tiere nur auf sanfte Weise vertrieben werden. Welche Mittel sich dafür am besten eigenen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Bekannt ist, dass die Tiere sehr geruchsempfindlich sind. Sie können versuchen, stark riechende Flüssigkeiten wie Buttermilch oder Knoblauchsud in die Gänge zu schütten und die Hügelbauer so zur Abwanderung zu bewegen. Läuft die Geruchsattacke ins Leere, sollte man es mit Geräuschangriffen probieren. Im Handel gibt es spezielle Ultraschallgeräte, Maulwurfschreck oder Maulwurf-Pieper genannt. Dahinter verbergen sich Stäbe, die in den Gartenboden gesteckt werden. Sie erzeugen in regelmäßigen Abständen Töne, die dem geräuschempfindlichen Maulwurf ein Graus sind. Menschen nehmen die Töne dagegen kaum wahr.

Passend aus unserem Sortiment

Haben Sie die Störenfriede erfolgreich vertrieben, können Sie sich wieder ganz entspannt der Gartenarbeit und -pflege widmen. Praktisches für Ihre grüne Oase finden Sie zu besonders günstigen Preisen im Gartengeräte-Shop von Jawoll – online und in den bundesweit mehr als 50 Filialen.

Foto©: Thinkstockphotos, Hemera, Graham Taylor
Foto©: Thinkstockphotos, iStock, zaricm
Foto©: Thinkstockphotos, iStock, pierouge