Die Wasserhyazinthe – Vom Unkraut zum Exportschlager

Die Wasserhyazinthe – Vom Unkraut zum Exportschlager

Die Wasserhyazinthe hat eine erstaunliche Karriere gemacht – vor gar nicht so langer Zeit wurde die Sumpfpflanze als Plage verdammt, heute gilt sie als nützlicher Rohstoff für alle Arten von Korb- und Flechtwaren. Hier erfahren Sie mehr über die wechselvolle Geschichte der Wasserpflanze.

wasserhyazinthe1Drama am Viktoriasee

Mit ihren lieblichen hellvioletten Blüten ist die Wasserhyazinthe eine Zierde für jeden Gartenteich. Aber Obacht: Sie kann innerhalb weniger Wochen ihre Ausmaße verdoppeln und sich zu einer wahren Plage entwickeln. Ursprüngliche Heimat der Wasserhyazinthe sind die Tropen Südamerikas, wo Alexander von Humboldt sie 1801 in Kolumbien entdeckte. Über einen botanischen Garten in Java gelangte die Schwimmpflanze gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Afrika. Da sie dort keine natürlichen Feinde hatte, vermehrte sie sich explosionsartig. Gut 100 Jahre später erreichte sie über Bäche und Flüsse den Viktoriasee, den zweitgrößten Süßwassersee der Welt. 1988 wurde die Pflanze dort zum ersten Mal gesichtet. Zehn Jahre später bedeckte sie bereits Hunderte Quadratkilometer. Der dicke Teppich zerstörte Ufer, überwucherte Strände, blockierte Häfen. Sauerstoff gelangte nicht mehr ins Wasser, die Fische verendeten. Dafür wimmelte es von Schlangen, Schnecken und Mücken. Biologen siedelten nun Rüsselkäfer im Viktoriasee an – deren Larven ernähren sich von Wasserhyazinthen. Innerhalb von fünf Jahren konnte die von der Pflanze bedeckte Fläche um 90 Prozent verringert werden. Welche langfristigen ökologischen Folgen der Rüsselkäfer selbst haben könnte, ist dagegen noch nicht bekannt.

wasserhyazinthe2Thailand: Aus der Not eine Tugend

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ auch eine thailändische Prinzessin die Wasserhyazinthe in ihre Heimat einführen. Vier Jahre später hatte sich dort ebenfalls die Wasserhyazinthe rasant ausgebreitet und Gewässer, Fische und andere Pflanzen förmlich erstickt. Der Ausweg: Der Menschen selbst wird zum natürlichen Feind der Wasserhyazinthe und die Pflanze zum Rohstoff und Wirtschaftsgut umfunktioniert. Denn die Wasserhyazinthe hat neben ihrer aggressiven Ausbreitung noch andere Qualitäten: Ihre Fasern sind strapazierfähig und leicht formbar. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde die Idee geboren, die Stängel der Wasserhyazinthen für die Möbel- und Accessoireproduktion zu verwenden – als Alternative zu Rattan und Bambus. Die Vorteile sind klar: Der Rohstoff kann ganzjährig und kostengünstig auf den Wasserwegen Thailands abgeerntet werden. Kein Säen, kein Düngen.

Heute werden Körbe, Handtaschen, Bilderrahmen, Behältnisse und andere Wohnaccessoires, aber auch große Möbelstücke wie Regale, Stühle, Tische und sogar Betten aus Wasserhyazinthen gefertigt. Das Sortiment ist vielseitig, die Produkte werden in die ganze Welt verkauft. Dazu gibt die Ernte und Verarbeitung der Wasserhyazinthe in den Herkunftsländern vielen Menschen Arbeit. Die einst Verderbnis bringende Pflanze hat sich zum Exportschlager gemausert.

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Bei Jawoll finden Sie – neben einer Vielzahl von tollen Deko-Artikeln – oft auch praktische, schöne und hochwertige Stücke aus Wasserhyazinthen: etwa Schalen, Körbe und Pflanztöpfe. Schauen Sie doch einmal online oder in einer unserer über 50 Filialen vorbei!
 

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