Die Früchte der Arbeit – So bauen Sie Obst und Gemüse selber an

Die Früchte der Arbeit – So bauen Sie Obst und Gemüse selber an

Gespritzt oder Bio – was in unserem Obst und Gemüse steckt, weiß letztendlich nur der, der es angebaut hat. Selber kultivieren heißt also, Lebensmittel aus garantiert kontrolliertem Anbau zu ernten. Und besser schmecken tut das eigene Gemüse sowieso. Viele Hobbygärtner schrecken jedoch davor zurück, Beeren oder Salate im Garten zu ziehen, da ihnen der Aufwand zu groß erscheint. Aber: Obst und Gemüse lässt sich auch ohne viel Mehrarbeit anbauen. Lesen Sie hier, wie!

Bei einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2013 gaben knapp 55 Prozent der Befragten an, sich für Gartengestaltung zu interessieren. Auf eine gesunde Lebensweise legten 86 Prozent Wert. Heißt: Der Trend zum städtischen Gartenbau, auch „Urban Gardening“ genannt, trifft auf ein neues Ernährungsbewusstsein. Genau auf diesem Spielfeld bewegt sich der eigene Obst- und Gemüsegarten. Der muss noch nicht einmal besonders groß sein: Auch in kleinen Beeten oder sogar auf dem Balkon fühlen sich viele Sorten äußerst wohl.

obst-gemuese2Wie dünge ich?

Die Grundvoraussetzung für einen guten Ertrag ist immer der Boden. Dabei gilt: Fast jeder Gartenboden kann mithilfe von Düngern so verbessert werden, dass er eine gute Grundlage für Obstgehölze und Gemüsepflanzen bildet. Bevor Sie düngen, lassen Sie Ihren Boden untersuchen, um zu ermitteln, wie hoch der Nährstoffbedarf wirklich ist. Natürliche Dünger wie Mist und Kompost sind dem Boden auf Dauer zuträglicher als Kunstdünger, brauchen aber auch länger, bis sie wirken.

Bewährt hat sich darüber hinaus das Mulchen: Dabei wird die Erde mit einer Schicht Mulch bedeckt – das kann ebenfalls Kompost sein, aber auch Laub oder gehäckselte Zweige. So bleibt der Boden schön feucht, muss nicht so oft gegossen werden und ist widerstandsfähiger gegen Unkraut. Wer zudem zwischen das Gemüse Kräuter wie Lavendel pflanzt, hält auch Schädlinge fern.

Am Anfang etwas Anspruchsloses

Für den Anfang sollten Sie Gemüse- und Obstsorten wählen, die wenig Arbeit machen. Kartoffeln beispielsweise sind anspruchslose Gesellen: Einmal im Frühling gelegt, müssen sie nur noch einigermaßen regelmäßig gewässert werden. Aber sogar längere Trockenphasen können Erdäpfel durchhalten. Gut also für alle, die ihren Garten mal sich selbst überlassen – zum Beispiel im Urlaub. Auch Radieschen oder Pflücksalat wie Lollo Rosso oder Eichblatt geben sich mit wenig Aufmerksamkeit zufrieden. Zudem kommen hier ungeduldige Gärtner schnell auf ihre Kosten: Radieschen sind schon nach drei Wochen erntereif, Pflücksalat nach sechs Wochen.

Wann baue ich was an?

Im Frühjahr muss rechtzeitig mit dem Anbau begonnen werden. So sollten Sie beispielsweise im Februar mit dem Vorkeimen der Frühkartoffeln anfangen, die dann Mitte April in den Boden ausgelegt werden (empfohlener Abstand: 80 x 35 cm). Anfang bis Mitte März lassen sich Möhren, Radieschen, Schwarzwurzeln und Spinat direkt aussäen – selbstverständlich erst nachdem der Boden aufgetaut ist. Im Frühbeet können Sie derweil Mangold, Kohl- und Salatpflanzen und Tomaten vorziehen.

Anfang Mai ist es an der Zeit, im Frühbeet Stangenbohnen, Gurken, Kürbis und Zucchini anzuziehen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai werden sie und auch die Tomaten – diese am besten unter einem Regenschutz – ausgepflanzt. Im Juni folgen dann Grünkohl , Chicoree und weitere Salatsorten. Mitte Juli kommen Endivie, Rettich, Pak Choi und Zuckerhut als Direktsaat hinzu. Ab August ist es möglich, Feldsalat und noch einmal Spinat auszusäen.

Etwas Obst gefällig?

Obstbäume werden am besten im November gepflanzt – dabei immer auf den richtigen Abstand achten! Bevor Sie sich für bestimmte Obstsorten entscheiden, fragen Sie in einer nahen Baumschule einmal nach, welche Arten mit den gegebenen Bodenverhältnissen am besten zurechtkommen. Durch eine sorgfältige Sortenwahl lassen sich viele Krankheiten und Schädlinge im Vorwege vermeiden!

Der Anbau von Gemüse führt schneller zum Erfolg als der von Obst. Damit Sie auch bald etwas Obst ernten können, sollten Sie zu Beginn auch einige Beerensträucher im Garten anbauen, die rasch Ertrag bringen. In späteren Jahren wird dann auch die Obsternte umfangreicher.

Und zum Schluss: Richtiges Einlagern

Ganz wichtig: Obst und Gemüse niemals zusammen einlagern – Obst verströmt das Reifegas Ethen, das auch beim Gemüse den Reifeprozess anregt. Mit der Zeit wird das Gemüse weich und ungenießbar. Gemüse verliert während der Lagerung vor allem Wasser, daher sollte die Luftfeuchtigkeit im Winterlager nicht unter 80 Prozent liegen. Möglichst beständige Temperaturen unter 10 Grad Celsius bringen die Stoffwechselvorgänge im Gemüse weitgehend zum Erliegen – so haben Fäulnis- und Schimmelpilze kaum Gelegenheit, sich ausbreiten.

Wurzel- und Knollengemüse wie Möhren, Rote Beete, Sellerie und Schwarzwurzeln kommt Ende Oktober in Sandkisten. Damit das Gemüse den ganzen Winter hält, decken Sie die Kisten zusätzlich mit Laub zu. Kartoffeln benötigen vor allem Dunkelheit und niedrige Temperaturen, um nicht vorzeitig zu keimen, eine hohe Luftfeuchtigkeit ist dagegen bei ihnen nicht erforderlich. Die meisten Apfelsorten lassen sich im Winter in der Laube lagern. Bei starkem Frost die Kisten mit Decken zudecken!

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