Ende eines Mythos: Warum Multitasking im Büro nicht funktioniert

Er ist der Traum eines jeden Arbeitgebers: der multitaskingfähige Angestellte. Multitasking ist ein Begriff aus der Computerwelt und beschreibt die Fähigkeit eines Systems, mehrere Aufgaben simultan zu erledigen. Übertragen auf den Menschen bedeutet dies, er oder sie kann beispielsweise gleichzeitig telefonieren, am Computer E-Mails beantworten und auf dem Smartphone noch schnell eine SMS schreiben. Jawoll sagt, warum Multitasking aber letztlich nur ein moderner Mythos ist.

Studie: Multitasker unkonzentriert und leicht abzulenken

Multitasking ist eine Eigenschaft, die sich viele Chefs bei ihren Angestellten wünschen. Um es kurz zu machen: Multitasking gibt es nicht. Das ist zumindest die Meinung unter Wissenschaftlern. So ergab beispielsweise eine Studie der Universität Stanford, dass auch selbsterklärte Multitasker nicht besser darin sind, zwei Sachen gleichzeitig zu erledigen als andere. Sogar das Gegenteil war der Fall: In der Studie ließen die Forscher zwei Gruppen gegeneinander antreten; die Multitasker, also Menschen, die überdurchschnittlich viele Medien gleichzeitig konsumieren, und solche Zeitgenossen, die weniger Erfahrung in Multitasking hatten. Beide Gruppen sollten simultan verschiedene Aufgaben durchführen. Ergebnis: Die weniger in Multitasking geübten schnitten besser ab. Ihnen fiel es nämlich deutlich leichter, relevante Informationen von nicht relevanten zu unterscheiden. Die Multitasker hingegen erwiesen sich als unkonzentriert und leicht abzulenken. Wer versucht, alles auf einmal zu erledigen, macht also nichts richtig!

Ultrakurzzeitgedächtnis vs. Arbeitsgedächtnis

Das hat einen wissenschaftlichen Grund: Wichtige Entscheidungen verlangen Aufmerksamkeit, dabei müssen Informationen ausgewählt und abgewogen werden. Und unsere Aufmerksamkeit ist begrenzt. Im menschlichen Körper gibt es zwei bis drei Millionen Nervenfasern, die jeweils in der Sekunde bis zu 300 Impulse in Richtung Gehirn schicken. Sie geben Wahrnehmungen und Sinneseindrücke weiter – sitzen oder gehen wir, riechen oder schmecken wir etwas, empfinden wir irgendwo Schmerz? Alle diese Informationen wandern ins Ultrakurzzeitgedächtnis. Nur wenn wir den Eindrücken Aufmerksamkeit schenken, werden sie nicht sofort wieder gelöscht und sie können anschließend im Arbeitsgedächtnis verarbeitet werden. Was im Arbeitsgedächtnis landet, ist uns bewusst und kann, wenn nötig, auch langfristig gespeichert werden. Dies sind die Informationen, die wir mit anderen verbinden und zur Problemlösung heranziehen.

Begrenzte Kapazität beim Arbeitsgedächtnis

Das Fassungsvermögen des Gedächtnisses ist endlich. Aber das Fassungsvermögen des Arbeitsgedächtnisses ist begrenzt. Bewusst nimmt es nur Dinge auf, die wir für bedeutsam halten oder Dinge, die uns überraschen. Alles andere wird als irrerelevant eingestuft und herausgefiltert. Das Gehirn aktiviert die Nervenzellen, die für die jeweilige Information zuständig sind und hemmt alle anderen. So konzentrieren wir uns auf eine – und zwar auf die als wichtig erachtete – Information. Das heißt: Wir können nur einem Gespräch aktiv folgen, nur einen Film zurzeit sehen, nur ein Telefonat führen. Alles, was nebenbei erledigt wird, erfolgt zwangsläufig unkonzentriert. Wer also, um das Eingangsbeispiel aufzunehmen, während eines Telefonats eine E-Mail schreibt, hört seinem Gesprächspartner nur halb zu und schludert gleichzeitig bei der Mail. Nur wenn Handlungen automatisch erfolgen, lassen sich zwei Dinge simultan durchführen – etwa ein Telefonat auf einem Spaziergang.

Viele Dinge, die Sie für einen produktiven Arbeitstag benötigen, finden Sie im Büroartikel-Sortiment von Jawoll. Und denken Sie daran: Schritt für Schritt statt Multitasking ist die Devise – auch wenn Ihr Chef Ihnen etwas anderes erzählt.

 

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