Am Haken – So schleppen Sie ein Auto richtig ab

Am Haken – So schleppen Sie ein Auto richtig ab

Leider passieren Autopannen in den wenigsten Fällen direkt vor einer Werkstatt. Aber wenn die Batterie keinen Saft mehr hat, der Keilriemen reißt oder der Motor schlicht nicht anspringt, hilft alles nichts: Der Wagen muss abgeschleppt werden. Wer versichert oder Mitglied eines Automobil-Clubs ist, kann das mit einem entsprechenden Anruf in die Wege leiten. Oder man ruft einen Abschleppdienst – das kann allerdings schnell richtig ins Geld gehen. Preiswerte Alternative: einen Freund bitten, den Wagen an den Haken zu nehmen. Dabei sind allerdings einige Punkte zu beachten. Lesen Sie hier, wie ein Auto korrekt abgeschleppt wird.

richtig abschleppen1Wann darf abgeschleppt werden?

Abschleppen bedeutet per Definition, ein liegengebliebenes beziehungsweise betriebsunfähiges Fahrzeug in Notfallsituationen zu ziehen. Ein leerer Tank reicht also nicht aus, ein Motorschaden schon. Aber: Wenn die gesamte Elektronik den Geist aufgegeben hat, darf nicht privat abgeschleppt werden – die Warnblinkanlage muss funktionieren und auch über den gesamten Abschleppvorgang hinweg bei beiden Fahrzeugen eingeschaltet sein.

Wie wird abgeschleppt?

Ein privates Abschleppen darf in Deutschland nur per Abschleppseil oder Abschleppstange erfolgen. Das zulässige Gesamtgewicht beim Abschleppseil beträgt vier Tonnen (abzuschleppendes Fahrzeug). Das Seil darf zudem höchstens fünf Meter lang sein und muss mit einem roten Fähnchen gekennzeichnet werden. Ist beim liegengebliebenen Fahrzeug die Bremsanlage defekt, ist eine Abschleppstange vorgeschrieben, um einen Auffahrunfall zu verhindern. Beide Fahrer sollten vor dem eigentlichen Abschleppen Handzeichen verabreden, um sich notfalls verständigen zu können. Beim abzuschleppenden Fahrzeug darauf achten, dass kein Gang eingelegt ist, um Getriebeschäden zu vermeiden. Außerdem sollte der Zündschlüssel stecken, damit die Lenksperre nicht einrastet – das kann zu Unfällen führen! Eine Geschwindigkeit von 50 km/h darf während des Abschleppens nicht überschritten werden. Übrigens: Der Fahrer im abgeschleppten Auto benötigt keine Fahrerlaubnis, er muss lediglich 15 Jahre alt sein.

Das Abschleppen darf nur bis zur nächsten Parkbucht oder Werkstatt (oder zum Autoverwerter) erfolgen. Ist die Panne auf der Autobahn aufgetreten, ist diese bei der nächsten Ausfahrt zu verlassen. Ein Auffahren auf die Autobahn ist beim Abschleppen tabu.

Sonderfälle Automatikgetriebe und Elektroantrieb

Autos mit Schaltgetriebe lassen sich einigermaßen problemlos abschleppen, da Antriebsachse und Getriebe bei ausgekuppeltem Gang voneinander getrennt sind. Wagen mit Automatikgetriebe stellen dagegen einen Problemfall dar, da bei abgeschaltetem Motor die Ölpumpe des Getriebes nicht arbeitet und somit keine ausreichende Schmierung der beweglichen Teile gewährleistet ist. Einige Modelle können über eine geringe Distanz in der „N“-Stellung abgeschleppt werden, dies ist allerdings von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Wer also eine Panne mit einem Automatikwagen hat, sollte zunächst im Handbuch nach Abschlepphinweisen sehen. Im Zweifelsfall gilt: Bei Automatikgetrieben den Abschleppdienst rufen.

Auch bei Elektroautos droht Gefahr: Da meistens über eine Achse Energie erzeugt wird, fließt diese beim Abschleppen in den Akku, ohne dass der Strom verbraucht wird. Das kann zu einer Überhitzung der Stromspeicher führen. Elektroautos müssen also mit angehobener Antriebsachse – meist die Vorderachse – abgeschleppt werden. Auch hier lieber das gesamte Fahrzeug auf einen Hänger verladen!

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