Autofahren mit Anhänger – Darauf müssen Sie achten

Für den Transport von größeren Lasten oder voluminösen Sportgeräten – etwa Geländemotorräder – sind Anhänger prima geeignet. Welche Führscheinklasse für welche Anhänger erforderlich und was bei der Fahrt mit einem Anhänger zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Autofahren-AnhaengerWelcher Führerschein ist Voraussetzung für Autofahren mit Anhänger?

Der Führerschein B ist ausreichend für Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse (zGM) von 750 Kilogramm. Aber: Die zGM des gesamten Gespanns, also Zug-Kfz und Anhänger, darf nicht über 3500 Kilo liegen.

Wer einen Führerschein B besitzt und die zusätzliche Schulung 96 absolviert hat, darf ein Fahrzeug-Anhänger-Gespann mit einer kombinierten zGM von 4250 Kilo benutzen. Die zGM des Anhängers darf hier ebenfalls nicht größer als 750 Kilo sein.

Führerschein BE: Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf bis zu 3.500 Kilo betragen. Die Fahrzeugkombination darf maximal 7000 Kilo zGM haben.

Für noch größere Gesamtmassen ist ein Führerschein CE1 erforderlich.

Bei allen Regelungen ist das tatsächliche Gewicht der Anhängerladung unerheblich. Es spielt also keine Rolle, ob der Anhänger nur leicht beladen ist.

Tipps für die Fahrt mit Anhänger

Neben den genannten Führerscheinregelungen ist natürlich wichtig, dass die Anhängerkupplung am Zugfahrzeug für die entstehende Stützlast ausgelegt ist. In alten Fahrzeugscheinen ist sie nicht eingetragen, sondern steht auf dem Stützlastschild, das sowohl am Zugfahrzeug als auch am Anhänger angebracht ist. In seit 2005 ausgegebenen Fahrzeugscheinen (offiziell Zulassungsschein) ist die zulässige Stützlast unter Punkt 13 vermerkt. Wer unsicher über das Gewicht ist, welches auf der Kupplung lastet, kann es mit einer Personenwaage prüfen. Dafür positionieren Sie die Deichsel des Anhängers auf einem Holzstiel, der wiederum auf der Waage liegt.

Es ist Vorschrift, mindestens zwei Bremsblöcke mitzuführen, um das Wegrollen eines abgekoppelten Anhängers zu verhindern. Darüber hinaus empfiehlt es sich, alles Notwendige für die sachgemäße Sicherung der Ladung mitzuführen, also zum Beispiel Seile, Spanngurte, eine Plane oder ein Netz. Bei Jawoll gibt es derlei Zubehör, auch als Set. Verfügt der Anhänger nicht über Rück-, Brems- und Blinklichter, muss ein entsprechendes Beleuchtungsset befestigt und mit der Stromversorgung des Pkw verbunden werden. In jedem Fall ist die korrekte Funktionsweise der Lichtanlage zu überprüfen.

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Vor dem Beginn der Fahrt muss man sich klar machen, dass der Anhänger die Fahreigenschaften des Gespanns stark beeinflusst. Bremsen und Beschleunigen können stotterig verlaufen, Anhänger mit Plane bieten mehr Luftwiderstand und besonders Böen bringen ungewohntes Geruckel mit sich. Der Wendekreis des Gespanns aus Zugfahrzeug und Anhänger ist deutlich größer als man das vom eigenen PKW kennt. Das muss beim Kurvenfahren und Abbiegen berücksichtigt werden. Optimal ist eine Probefahrt mit Anhänger auf einer wenig befahrenen Strecke oder einem leeren Parkplatz – was aber mit einem geliehenen Anhänger meistens nicht möglich ist, da man mit ihm beim Abholen direkt in den Straßenverkehr muss. Deshalb sollten Sie bei der ersten Tour mit einem Anhänger besonders vorsichtig fahren, um sich mit den veränderten Fahreigenschaften vertraut zu machen.
 

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