Jawoll entdecken Hauptmenü

Klappmatratze

Matratzen sind Polster, die man meist auf Lattenroste oder Unterfederungen (früher auch auf Drahtgeflechte) legt, um ein komfortables Liegen und Schlafen zu ermöglichen. Die Kombination von Matratzen mit dazu passenden Lattenrosten bezeichnet man als Bettsysteme. Gemeinsam mit dem Rahmen oder Gestell bilden diese Komponenten das Bett.

Der Matratzenkern aus Schaumstoff, Latex, Naturprodukten oder Federkern wird mit einem Drellbezug o.ä. ummantelt, der je nach Bedürfnis mit Schafwolle, Vlies, Baumwolle, Wildseide oder auch Rosshaar versteppt ist. Bezüge von Komfortmatratzen bestehen heutzutage nur noch selten aus Drell, einem sehr festen Gewebe, sondern aus 3-dimensional elastischen Stoffen wie Frottee oder (zunehmend) mehrlagigem Jersey.

Matratzen sind heute häufig in drei bis sieben Liegezonen eingeteilt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Körperregionen auf Stützung gerecht werden sollen. Es wird immer mehr zum Standard, dass der Matratzenbezug abnehmbar ist und gewaschen bzw. gereinigt werden kann.

Matratzen werden heute fast ausschließlich einteilig hergestellt. Dies wurde durch die insgesamt leichteren verwendeten Materialien ermöglicht. Früher gab es häufig zwei- oder dreiteilige Matratzen, um das Wenden, Lüften und Ausklopfen zu erleichtern. Zum Teil haben Matratzen eine Sommer- und einer Winterseite. Haltegriffe an den Seiten ermöglichen ein leichteres Hantieren von schweren und unhandlichen Matratzen.

Klappmatratzen finden Sie bei uns in der entsprechenden Kategorie unter "Klappmatratzen".

Herkunft und Geschichte

Das Wort Matratze kommt von dem früh-italienischen Wort materazzo, das seinerseits auf das arabische Wort matrah = Bodenkissen zurück gehen soll. Vorläufer heutiger Matratzen gab es schon im Altertum.

Das Bett des Odysseus war nach der Homerischen Überlieferung ein verziertes vierfüßiges Rahmenwerk, bespannt mit Riemen aus purpur-schillernden Stierhaut und bedeckt mit Fellen und Teppichen, mit leinenem Überzug und wolligem Mantel als Decke. Die Griechen hatten hölzerne Bettstellen, oft mit reich verzierten Füßen und lehnenartiger Erhöhung am Kopfende. Auf Gurten ruhten die mit Wolle oder Naturfasern gefüllten Matratzen.

Das Bett der Römer war ähnlich konstruiert und oft mit großem Luxus ausgestattet. Es trug auf Gurten die mit Schilf, Heu, Wolle oder Federn von Gänsen oder Schwänen gefüllte Matratze (culcita, torus). Bei Ausgrabungen in Herculaneum, das dem Vesuvausbruch im Jahre 79 zum Opfer fiel, wurde im Hause eines ehemaligen Sklaven eine Kinderwiege entdeckt, in der eine Matratze aus Pflanzenfasern lag. Dies bedeutet, dass auch das gemeine Volk sich diesen Komfort schon leistete.

Schon zu Zeiten der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert waren Matratzen in der arabischen Welt üblich. Sie wurden so bzw. über den Kulturaustausch am damaligen Hof von Friedrich II. in Sizilien den Rittern bekannt und gelangten dadurch nach Europa.

Matratzen, die dem heutigen Typ nahe kommen, waren zumindest in Deutschland bis in die Neuzeit purer Luxus und nur den höheren Schichten vorbehalten und bestanden meist aus Kissen. Das gemeine Volk schlief auf mit Seegras, Schilf, Stroh oder Spreu gefüllten Säcken, auf harter Unterlage. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden Matratzen, die meist von Sattlern hergestellt und oft dreiteilig waren, auch bei der bürgerlichen Schicht populär. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind die Ansprüche an Matratzen (und Lattenroste) deutlich gestiegen. Neue Füllstoffe wie Latex oder PUR sind heute marktbeherrschender Standard.

Härtegrade

Matratzen werden in unterschiedlichen Härtegraden angeboten. Diese sind nicht genormt, sondern streng genommen in das Belieben der Produzenten gestellt. Diese bieten in aller Regel drei Stufen an, nämlich

Härtegrad 1 = weich
Härtegrad 2 = mittel
Härtegrad 3 = hart

Es gibt inzwischen auch Matratzen, die im Härtegrad variabel sind, d.h. der Schläfer kann den Härtegrad jederzeit ändern (variabler Härtegrad)

Für die Auswahl der richtigen Matratzenhärte wird meist das Körpergewicht des Kunden herangezogen:

Härtegrad 1 für Personen bis 60 kg Körpergewicht
Härtegrad 2 für Personen bis 80 kg Körpergewicht
Härtegrad 3 für Personen über 80 kg Körpergewicht

Diese grobe Faustregel wird den Bedürfnissen des Kunden oft nicht gerecht, denn Körperform, Körpergröße, Alter, Gesundheitszustand und Lebens-/Schlafgewohnheiten sowie besonders die Wahl des Matratzentyps spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Matratzen sollen in Verbindung mit den dafür geeigneten Lattenrosten die Regeneration des Körpers unterstützen. Dies geschieht am Besten dadurch, dass die Wirbelsäule die ihr von Natur aus gegebene Doppel-S-Form einnehmen kann und zwischen Kopf und Steißbein eine durchgängig gerade Linie bildet. Vor allem bei Seitenschläfern müssen dementsprechend die Schulter und das Becken so tief in die Matratze einsinken können, dass diese gerade Linie von allein entsteht.

Die Höhe der Matratze spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Je höher sie ist, desto eher kann sie Stauchungen vermeiden, die entstehen, wenn die Matratzenfüllung dem Druck des darauf liegenden Körpers nicht mehr nachgeben kann. 16 cm Höhe oder mehr sollten es sein.

Matratzen-Typen

Man unterscheidet u.a.:

Federkernmatratzen mit den Unterarten:
-Bonellfederkernmatratzen
-Cosiflexfederkernmatratzen
-Taschenfederkernmatratzen
-Tonnentaschenfederkernmatratzen

Latexmatratzen mit den Unterarten:
-Naturlatexmatratze
-Schichtlatexmatratze
-Schaumstoffmatratzen mit den Unterarten

Kaltschaummatratze
Viskoelastische Matratze oder Tempurmatratze
PS-Matratze Kombination aus Latex- und Schaumstoffmatratze
Klappmatratze

Naturmatratzen mit der Unterart:
-Futons
-Wasserbetten
-Dekubitusmatratzen
-Luftmatratzen

Federkernmatratzen

Einzelelement aus einem Bonnell-Federkernbestehen aus einem Stahlfederkern. Ein Bonnellfederkern besteht aus Stahlfedern mit taillierter Form, die durch eine Spirale (siehe Bild) miteinander verbunden sind. Andere Formen sind Federkerne aus Endlosfedern (continuous coil) und Leichtfederkerne (LFK) mit mehreren Federn kleineren Durchmessers, deren Endringe im Gegensatz zur Bonnellfeder nicht geschlossen sind.

Am wenigsten punktelastisch ist ein Bonnellfederkern, die Leichtfederkerne und Endlosfederkerne sind vergleichsweise dazu elastischer. Sind die einzelnen Federn in Reihen von Stofftaschen eingenäht und diese Reihen zu einer Fläche in Matratzengröße verklammert oder verklebt, handelt es sich um einen Taschenfederkern, der eine gute Punktelastizität aufweist, sich aber für verstellbare Lattenroste nur bedingt eignet. Den höchsten Komfort bietet die Tonnentaschenfederkernmatratze, bei der die Metallfedern eine bauchige Form haben und damit bedeutend flexibler sind als Taschenfederkernmatratzen. Wünscht man sich einen Kompromiss zwischen Taschenfederkern und besserer Biegebelastbarkeit, dann kommen Matratzen in Frage, die vom Kopf- bis zum Fußende abwechselnd Reihen aus Taschenfederkernen und Schaumstoff bieten und so die Vor- und Nachteile der einzelnen Matratzentypen vereinen.

Über dem Federkern sind verschiedene Materialien als Polsterung verarbeitet. Eine Filzplatte oder (bei sehr billigen Matratzen) ein dünnes Vlies dienen als Polsterträger, um die Polsterung davor zu bewahren, von den Metallfedern durchgerieben zu werden. Die Polsterung besteht aus Schaumstoff, darauf liegt der Bezug. In diesen ist häufig Polyesterfaservlies, Baumwolle, Schurwolle oder Rosshaar eingesteppt. Der Bezugstoff für diese Matratzen besteht zumeist aus Baumwolle oder Baumwolle/Viskose-Gemischen.

Vorteile
Federkernmatratzen haben ein ausgesprochen gutes Raumklima (bleiben aber kalt, s.u.), da die während der Benutzung eindringende Feuchtigkeit später unproblematisch an die Außenluft abgegeben wird. Schimmelbildung ist daher kaum ein Thema.
Moderne Federkernmatratzen wie viele der Taschenfederkernmatratzen bieten von Kopf bis Fuß verschiedene Zonen an, um den unterschiedlichen Gewichten der Körperteile und Einsinktiefen gerecht zu werden. Meist sind es 5 oder 7 Zonen.
Preislich handelt es sich bei der schlichten Federkernmatratze um eine kostengünstige Ware. Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkerne sind dagegen schon erheblich teurer, aber auch bedeutend besser.
Federkernmatratzen sind robust und behalten viele Jahre ihre ursprüngliche Form, so weit die Metallkonstruktion betroffen ist. Sie sind auch für einfache Lattenroste verwendbar.

Nachteile
Federkernmatratzen bieten keine Punktelastizität, d.h. die Einsinktiefe problematischer Körperzonen wie Schulter und Becken ist nicht optimal. Der Liegekomfort kann darunter stark leiden.
Federkernmatratzen sind weniger geeignet in Kombination mit verstellbaren Lattenrosten, weil sie sich nicht so gut einer unebenen Unterlage anpassen. Außerdem können die Liegeeigenschaften vermindert werden, wenn der Druck des Körpergewichts nicht vertikal von oben (genauer: im rechten Winkel) auf die Matratze wirkt.
Bei einigen Modellen können die Federn mit der Zeit durch die Polsterung drücken und dadurch den Liegekomfort erheblich einschränken.
Eine Federkernmatratze hat keine Feuchtigkeitsaufnahme.

Luftkernmatratzen
Luftkernmatratzen sind ähnlich aufgebaut wie Federkernmatratzen, haben aber anstelle des Federkerns zwei Luftkerne (elastischer Luftbehälter) deren Härte sich durch aufpumpen und ablassen von Luft einstellen lässt.

Vorteile
Der Härtegrad ist direkt regulierbar

Nachteile
Luftkernmatratzen bieten keine Punktelastizität, d.h. die Einsinktiefe problematischer Körperzonen wie Schulter und Becken ist nicht optimal. Der Liegekomfort kann darunter stark leiden.
Am Luftkern staut sich die Feuchtigkeit auf, deshalb kann es zu Schimmelbildung kommen.

Latexmatratzen

Stiftlatexkernbestehen aus Gummi mit synthetischen oder natürlichen oder gemischten Anteilen. Der Anteil des Naturlatex (auch Kautschuk, aus dem Hevea Brasiliensis Baum) ist je nach Qualität sehr unterschiedlich und reicht von 0% (Synthese-Latex) bis zu 100% (Naturlatex). Latexmatratzen werden durch Vulkanisation hergestellt, indem die Latexmischung in eine Stahlform gegossen und anschließend erhitzt wird. Die in die Form eingearbeiteten Heizstifte ergeben nachher die charakteristischen Löcher in der Latexmatratze: der sogenannte Stiftlatex entsteht.

Naturlatexmatratze ist kein geschützter Begriff und kann bewusst irreführend verwendet werden. Lediglich beim Gütesiegel QUL ("Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen e.V.") besteht eine Sicherheit, dass die Matratze ausschließlich aus Naturlatex gefertigt wurde. Um die Konsistenz zu erzielen, werden zur Vulkanisation etwa 5% Vulkanisiermittel (vorwiegend Schwefel und Salze) hinzugefügt. Man nennt es 100% Naturlatex, wenn der Polymer-Anteil zu 100% aus Naturpolymeren besteht und mindestens 95% beträgt (max. 5% Vulkanisationsmittel). Der Naturlatex/Naturkautschuk weist eine enorme Elastizität (Punkt-Elastizität) auf, größer als andere Werkstoffe, die zu einer sehr guten Körperanpassung und langer Haltbarkeit führt. Das Raumgewicht des Naturlatex liegt je nach Festigkeitgrad zwischen 70 und 90 Kg/m3.

Schichtlatexmatratzen bestehen aus mehreren Schichten von Latex und Schaumstoff-Elementen, die häufig mittels Klebstoffen fest miteinander verbunden sind.

Vorteile

  • sehr gute Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und Lattenroste
  • absolute Geräuschfreiheit
  • hervorragende Punktelastizität
  • sehr gutes Federungs- und Rückstellungsverhalten bei Liegeveränderung
  • bei entsprechender Pflege geringe Anfälligkeit für Milbenbefall

Nachteile
Latexmatratzen mit hohem Raumgewicht sind teilweise sehr schwer und unhandlich.
Fallweise, vor allem für empfindliche Nasen, Geruchsbildung, teilweise Folge einer nicht perfekten Vulkanisation. Dieser Geruch kann nach kurzer Zeit verschwinden.
Je nach Zusammensetzung und Raumgewicht des Matratzenkerns stark unterschiedliches Alterungsverhalten, allerdings auf sehr hohem Niveau.

Kaltschaumstoffmatratzen

Profil einer PUR-SchaumstoffmatratzeSchaumstoffmatratzen standen lange Zeit zu Recht in schlechtem Ruf. Sie galten als Billigware mit schlechter Haltbarkeit. Dies hat sich in den letzten Jahren durch Neuentwicklungen grundlegend geändert.

Schaumstoffmatratzen bestehen heute meist aus einem PUR-Kaltschaum/Visco-Matratzenkern. Dessen Qualitäten und Eigenschaften hängen u.a. vom Raumgewicht (RG), der Stauchhärte, der Art der Herstellung und der eingearbeiteten Profile ab.

Unter Raumgewicht versteht man das kg-Gewicht pro 1 m³ aufgeschäumter Rohmasse, oder anders gesagt, so viele Kilogramm wiegt ein Kubikmeter Schaumstoff vor dessen Weiterverarbeitung. Als Faustregel gilt, je leichter ein Schaumstoff ist, desto mehr wurde am Materialeinsatz eingespart, und desto weniger langlebig ist die Matratze. Brauchbare Qualitäten beginnen bei RG 40.

Die Stauchhärte ist die Kraft, die aufgebracht werden muss, um einen Schaum-Rohblock um 40 % einzudrücken. Je niedriger die Stauchhärte (kPa), desto weicher ist der Schaum.

Seit dem weitgehenden Verbot der ozonschädigenden Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) wird in den meisten Industriestaaten reines Kohlendioxid als Treibmittel beim Aufschäumen verwendet. Bei Kaltschaumkernen wird häufig ganz auf Treibmittel verzichtet, das Aufschäumen erfolgt dann beim Zusammentreffen der chemischen Grundsubstanz mit Wasser. EU-weit gibt es nur wenige Hersteller von PUR-Schaumstoffen für die Matratzenproduktion.

Schaumstoffmatratzen können sich bei Temperaturen >400° entzünden, wenn sie nicht mit feuerhemmenden Zusatzstoffen versehen sind, die aber nach Ökotex Standard 100 nicht zulässig sind. Um das Brandrisiko zum Beispiel in Kinderzimmern zu mindern, kann auch ein schwerentflammbarer Überzug verwendet werden, der nicht einmal mit einem Gasbrenner dauerhaft zu entflammen ist.

Vorteile

  • sehr gute Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und Lattenroste
  • absolute Geräuschfreiheit
  • hervorragende Punktelastizität
  • sehr gutes Federungs- und Rückstellungsverhalten bei Positionsveränderung
  • bei entsprechender Pflege geringe Anfälligkeit für Milbenbefall
  • kann zum Transport gefaltet werden
  • lange Lebensdauer

Nachteile
Ohne feuerhemmende Zusatzstoffe oder schwerentflammbaren Überzug stellen sie ein Brandrisiko dar.

Viskoelastische Matratzen
Die zunächst unter dem Markennamen Tempur bekannt gewordenen Matratzen aus Memory Foam (zu deutsch etwa „Gedächtnis-Schaumgummi“), einem Formgedächtnis-Polymer, haben die Eigenschaft, sich dem Körper des auf ihnen Ruhenden anzupassen. Diese Anpassung erfolgt dadurch, dass die Körperwärme ein Einsinken in die Matratze bewirkt, die sich dann nach der Veränderung der Liegeposition nur verzögert in die ursprüngliche Form zurück stellt. Dies hat je nach Häufigkeit des Wechsels der Schlafposition gewisse Vorteile, aber auch Nachteile. Da es sich um eine Neuentwicklung handelt, kann über die mutmaßliche Lebensdauer dieser Matratze noch keine Aussage gemacht werden. Zum Schwitzen neigende Menschen empfinden sie als zu warm, vor allem wenn die Matratzenumhüllung keine Wattierungsschicht zur Luftzirkulation hat.

Heute werden viskoelastische Matratzen meist aus einer unteren Lage aus gewöhnlichem PUR-Schaum und einer oberen Lage Formgedächtnisschaum hergestellt, was auch den Preis senkt.

Vorteile

  • sehr gute Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und Lattenroste
  • druckempfindliche Körperstellen werden mehr entlastet als bei anderen Matratzen
  • absolute Geräuschfreiheit
  • hervorragende Punktelastizität
  • bei entsprechender Pflege geringe Anfälligkeit für Milbenbefall

Nachteile

  • relativ hochpreisig
  • verzögerte Rückstellung in die Ursprungsform
  • bei bestimmten Modellen nur einseitig benutzbar (allerdings heute zunehmend beidseitige viskoelastische Schicht, dafür aber nur halb so dick)
  • Eindruck von Widerstand gegen Veränderungen der Schlafposition, kann die natürliche Häufigkeit von Positionsveränderungen im Schlaf verringern
  • Wärmestau in den entstehenden Kuhlen, sofern der Schaum nicht atmungsaktiv ist.
  • für gerne kalt schlafende Personen und ungeheizte Schlafzimmer nicht geeignet. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Schaum klimaausgleichend und atmungsaktiv ist, da er sich dann an der eigenen Körperwärme orientiert.
  • meist gummiartige Oberfläche mit stark eingeschränkter Feuchtigkeitsregulation (heute zunehmend mit Kanälen zur Durchlüftung hergestellt). Es gibt jedoch auch Hersteller, deren Schaum offenporig und damit Luft- und Feuchtigkeitsdurchlässig ist, womit das Mikroklima reguliert wird.
  • ständig neue Entwicklungen, die zur Verbesserung der Produkteigennschaften beitragen, heben mittlerweile viele frühere Nachteile auf. So gibt es Produkte, bei denen der Schaumkern durch Thermofolien von selbst weich wird, ohne Körperwärme zu benötigen. Dadurch lässt sich die Festigkeit gezielt steuern.

Klappmatratzen
Diese Art der Matratzen eignen sich als Gästebett bzw. Klappliege und können platzsparend verstaut werden.
Die Koffermatratze kann in wenigen Handgriffen fertig aufgebaut werden und dient auch als bequeme Sitzgelegenheit.
Aufgrund der bequemen Handhabung ist das Klappbett vielseitig verwendbar u.a.: fürs Jugendzimmer + Gästezimmer + Ferienwohnung + Reise + Camping + Freizeit

Naturmatratzen
Diese Matratzen enthalten ausschließlich Materialien, die in der Natur vorkommen, wie Naturlatex, Kokosfasern, Rosshaar, Stroh und Seegras. Diese Materialien werden meist in Matten von 1 bis 12 cm Stärke vorgefertigt. Durch die Kombination verschiedener Schichten lassen sich bei der fertigen Matratze unterschiedlichste Härtegrade erzeugen.

Vorteile

  • keine Metalle und chemische Stoffe werden verwendet
  • keine chemischen Substanzen können ausgasen
  • rein biologische Materialien
  • unproblematisches Rückführen in den biologischen Kreislauf
  • Naturmatratzen können in verschiedenen Härtegraden produziert werden

Nachteile

  • schlechte Anpassung an verstellbare Lattenroste
  • Gefahr des Einliegens (Kuhlenbildung)
  • Naturprodukte unterliegen verstärkt den Gesetzen des natürlichen Alterns und Verschleißes
  • Gefahr der Ansiedlung von zum Beispiel Milben und Pilzen
  • Gefahr dauerhafter Geruchsbildung, speziell in zu wenig gelüfteten oder feuchten Räumen

Naturölmatratzen
Die neuerlich angebotenen Naturölmatratzen sind mit Kaltschaumqualitäten vergleichbar und haben unterschiedlich hohe Anteile an Polyol aus natürlichem Öl. Hier gilt die Faustregel: je jünger das Produkt auf dem Markt, desto mehr nachwachsender Rohstoffe ersetzt das aus Erdölderivaten gewonnene Polyol zur Polymerisation. Die in der Werbung kolportierten "100% Naturöl"-Anteile sind zur Zeit (Stand 2006) technisch noch nicht machbar und daher irreführend.

Futon
Der Begriff Futon bezeichnet jegliche Art von Decken. In traditionell japanischen Räumen (so genannte Washitsu) werden spezielle Futons als Schlafunterlage auf den Boden gelegt. Um Platz zu sparen wird das gesamte Bettzeug tagsüber in Wandschränken (so genannte Oshiire) verstaut. Auf Futons liegt man recht hart. Ein Nachteil besteht darin, dass sie normalerweise auf den Boden gelegt werden und im Winter die kalte Luft direkt über die Schlafstätte zirkuliert. Diese Art des Schlafens hat sich in westlichen Ländern nicht durchgesetzt. Aus Marketinggründen werden hierzulande manchmal etwas dünnere Matratzen als Futonmatratzen bezeichnet.

Wasserbetten
Weniger verbreitet in Deutschland sind Wasserbetten, die einen Kern aus Wasser in einer Vinyl-Umhüllung verwenden.

Vorteile

  • das Wasser kann individuell temperiert werden.
  • von vielen Menschen wird das Liegegefühl auf einem Wasserbett als sehr entspannend empfunden.
  • druckfreies Liegen

Nachteile

  • hoher Anschaffungspreis
  • die konstruktionsbedingt nicht mögliche Verstellung der Matratze
  • Wärme- und Feuchtigkeitsstau
  • die fehlende Atmungsaktivität. Schimmelbildung nicht auszuschließen
  • Stromverbrauch der elektrischen Heizung bzw. die Notwendigkeit, dauernd Elektrizität ausgesetzt zu sein
  • wegen des hohen Gewichts muss evtl. die Statik von Zimmerdecken berücksichtigt werden.
  • jährliche Pflege des Wassers mit keimtötenden Mitteln
  • Geräuschentwicklung möglich
  • bei Umzug braucht man i. d. R. den Service-Fachmann

Sonstige Matratzentypen

Boxspring
Statt auf einem Lattenrost liegt die (Federkern-)Matratze auf einer (Federkern-)Untermatratze. Dieses System ist in Nordamerika sehr verbreitet. Moderne Interpretationen des Boxsprings verzichten auf die Doppelung des Federkernes, verwenden die Federkernunterfederung weiter und kombinieren mit darauf liegenden höherwertigen Kaltschaum- und Viskoschaumqualitäten.

Dekubitusmatratzen
Wechseldruckmatratzen sind die gebräuchlichsten Matratzen bei schwerem Dekubitus. Die Technik der Matratze beruht auf in Querreihen angeordneten Luftschläuchen (ähnlich den Leisten eines Lattenrostes) die in Gruppen mit einem Luftpumpsystem unterschiedlich gefüllt werden. Je nach schwere des Dekubitus werden die Schläuche in 3 oder mehr getrennt gesteuerte Gruppen zusammengefasst.
Durch dieses zeitlich gesteuerte Aufpumpen und teilweise Ablassen von Schlauchgruppen wird der Körper des Liegenden immer wieder neu gelagert. Als Ergebnis werden die Druckstellen am Körper immer wieder entlastet. Als Folge verringert sich das Risiko von Druckwunden bzw. schließen sich Druckwunden wieder. Genutzt wird dieser Matratzentyp hauptsächlich bei Menschen die über lange Zeit bettlägerig sind.
Weichlagerungsmatratzen sind hauptsächlich Schaumstoffmatratzen (Viskoelastisch) die durch ihre Herstellungsverfahren sich der Körperform besonders anpassen. Als Ergebnis wird die Auflagefläche des Körpers erhöht und damit die Flächenpressung abgesenkt. Bei geringerem Dekubitusrisiko eine echte Alternative zur Wechseldruckmatratze. Vorteil gegenüber der Wechseldruckmatratze ist der höhere Liegekomfort.

Luftmatratze
Luftmatratzen bestehen aus einer Folie die in Kammern unterteilt ist und mit Luft gefüllt wird. Ab einer Höhe von ca 30 cm werden Luftmatratzen auch als Luftbett bezeichnet und vertrieben. Schlecht verarbeitete Luftmatratzen bilden mit der Zeit Risse an den Schweißnähten durch die Luft entweicht, oder im Inneren der Luftmatratze reißen die Kammern auf, wodurch sich Beulen bilden. Dieses Problem tritt auch bei preisintensiveren Modellen der Marke Restform auf. Modelle aus Gummi sind wesentlich robuster als Modelle aus PVC und ähnlichen Kunststoffen.

Ein weiterer Nachteil von Luftmatratzen ist, dass die Feuchtigkeit an der Liegefläche blockiert wird, da sie aus wasserdichtem Material besteht. Bei niedrigen Temperaturen bildet sich an der Liegefläche trotz der Verwendung von dicken Decken Kondenswasser.

Der Liegekomfort auf Luftmatratzen wird dadurch beeinträchtigt, dass der Körper bei weicher Einstellung der Matratze praktisch nicht unterstützt wird, da schwerere Körperteile naturgemäß tiefer eingedrückt werden als leichtere. Dadurch kommt es zu einem Liegeeffekt, der mit dem Liegen in einer Hängematte vergleichbar ist. Um den Hängematteneffekt zu unterbinden, muss die Matratze so hart aufgepumpt werden, dass sie zu hart für eine volle Entlastung des Körpers ist.

Hygiene und Haltbarkeit
Eine Molton-Spannauflage zwischen Matratze und Betttuch verhindert in den allermeisten Fällen die Verschmutzung der Matratzenhülle und das Eindringen von Körperpartikeln und Staub in die Matratze. Diese Spannauflage sollte je nach Herstellerempfehlung etwa alle zwei Wochen ausgeschüttelt und wenigstens alle 2 Monate bei 50 bis max. 95° gewaschen werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich dann Milben ansiedeln und / oder ein Waschen der Matratzenhülle erforderlich wird, außer bei Sondersituationen wie Bettnässen oder ansteckenden Krankheiten. Dann gilt: In der Regel sind Matratzen mit einer waschbaren, abziehbaren Hülle versehen, die man mittels eines Rundum-Reißverschlusses jeweils zur Hälfte abziehen kann. Diese Hälften lassen sich in den Standardgrössen unproblematisch nach den Herstellerangaben entweder bei 60° oder in der Allergikerversion bei 95°Celsius in der Waschmaschine waschen und schleudern. Haushaltswaschmaschinen sind jedoch dafür häufig zu klein, so dass ein Waschsalon aufgesucht werden muss. Die Hüllen sind u.U. nicht für den Trockner geeignet; über zwei Stuhlrücken gespannt trocknet eine solche Hüllenhälfte i. d. R. binnen 12 Stunden bei Zimmertemperatur.

Die meisten Matratzentypen sollten regelmäßig (nach den Garantiebestimmungen der Matratzenindustrie jeden Monat) abwechselnd gedreht oder gewendet werden, um eine gleichmäßige Abnutzung und damit eine längere Lebensdauer zu erreichen. Hierbei sind leichtere Matratzen im Handling angenehmer. Die Reinigung einer Matratze mit einem Staubsauger schließt u.U. eine Garantie aus; Dabei können Schäden an der Versteppung entstehen.

Auch eine hochwertige Matratze ist selbst bei guter Pflege nach zehn bis vierzehn Jahren erneuerungsbedürftig, zumindest aus hygienischen Gründen. Bei unzureichender Pflege und zum Beispiel dauerfeuchten/mangelhaft gelüfteten Räumen kann dieser Zustand schon nach wenigen Monaten erreicht sein. Spätestens bei sich nicht mehr zurückbildenden Kuhlen nach Drehen und Wenden muss eine Matratze zur Entsorgung. Billige Matratzen zeigen teilweise erheblich schneller Abnutzungserscheinungen und / oder haben einen schlechteren Liegekomfort.

Wenn der Lattenrost an Vorspannung verloren hat, trägt er Mitschuld am schnellen Ende einer Matratze. Auch zu große Lattenabstände (über 4 cm) verringern die Lebenszeit von Matratzen. Hohe Qualität bieten Tellerlattenroste, auch Lattenroste mit Motorverstellung sind eine Alternative. Wichtig ist auch eine variable Verstellmöglichkeit einzelner Latten, insbesondere im besonders belasteten Mittelteil, umgekehrt sind weichere Latten etwa in der Schulterzone von Vorteil.

Gütesiegel - Blauer Engel Umweltzeichen

Seit April 2006 vergibt die Blauer-Engel-Jury ihr Umweltzeichen auch für Matratzen, die über gesetzlich geregelte Bestimmungen hinaus.
Umweltfreundlich hergestellt werden – dies betrifft insbesondere Textilien und Polstermaterialien,
die in der Wohnumwelt aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich sind und
keine Schadstoffe enthalten, die bei der Verwertung erheblich stören.

Matratzenbezüge

Webart
Drell: Der traditionell bekannteste Matratzenbezug ist ein fest gewebter Stoff, der auch der Matratze straffe Liegeeigenschaften verleiht. Meist als fester Bezug gearbeitet, nicht abnehmbar.

Velours: Vorteil ist samtiger Griff, trockene Oberfläche, Haltbarkeit. Nachteil: häufig zu beobachten ist das Wandern von Molton oder Spannbettuch auf der Matratze. Der Effekt ist vergleichbar mit der Teppichbrücke auf dem Teppichboden - auch die muss man immer wieder auf die richtige Stelle ziehen.

Frottee: Vorteil ist angenehmer Griff, trockene Oberfläche, Haltbarkeit, Elastizität. Nachteil: evtl. als etwas rau empfunden, möglich ist bei längerer Schlinge das Wandern von Moltonauflage bzw. Laken auf der Matratze.

Jersey: Hat vor allem als Doppeltuch-Jersey eigentlich nur Vorteile. Elastisch, atmungsaktiv, haltbar, angenehm im Gebrauch.

Material
Die als Naturmaterial angesehene Faser aus reiner Baumwolle hat wenig Rückstellkraft und ermüdet bei der ständigen Belastung durch Walken und Dehnen, wenn der Schlafende sich im Bett bewegt. Daher meist Beimischung dehnbarer Materialien wie Polyester oder noch haltbarer Polyamid-Anteilen, z.B. 70% Baumwolle + 30% Polyamid. Zahlreiche Beimischungen werden eingesetzt: Aloe Vera macht das Tuch weich und geschmeidig. Relativ umweltfreundliche Weiterentwicklungen von Viskose wie Modal, Lyocell oder Tencel werden Menschen empfohlen, die zum Schwitzen neigen. Dabei handelt es sich um Fasern, die aus Buchenholz-Abfällen gewonnen werden.

Hinzu kommt eine Vielzahl an Funktionsfasern, die von Schönheit bis Gesundheit fast alles versprechen. Es bleibt zweifelhaft, ob Algenbeimischung durch Molton, Laken und Nachtwäsche hindurch die Haut verjüngen kann, ebenso zumindest im Normalhaushalt, ob ein desodorierender oder bakterientötender Zusatz angebracht ist. Siehe Pflege oben. Allergiker/-innen sollten wie bei allen Artikeln des täglichen Bedarfs beachten, dass Zusatzstoffe gewisse Risiken bergen. Als unverdächtig in dieser Hinsicht gelten Polyester und Polyamid.

Versteppung
Gute Bezüge bestehen nicht nur aus einfachem Tuch sondern sind mit einem Vlies versteppt. Bei waschbaren Ausführungen handelt es sich dabei in der Regel um PE-Faservlies. Schurwoll-, Kamelhaar- oder Seidenvlies versteppte Bezüge gibt man bis auf Ausnahmen (waschbare Schurwolle) bei Bedarf zur Reinigung statt in den Waschsalon. Versteppungen mit Wollsiegel-Schurwolle haben mindestens 500 g/m² Schurwolle. "Schafwoll"-Versteppungen können aus wiederaufbereiteter Wolle bestehen (das Gegenteil von Schurwolle). Polyester-Faservliese von 200 g/m² sind recht schwach, 400 g/m² ergibt ein sehr komfortables Feinpolster.

Schlafklima: Vliese aus hochwertiger Polyester-Hohlfaser sollen auch dauerhaft fast so atmungsaktiv sein wie Schurwolle und sind angezeigt, wenn Allergiker ihren Matratzenbezug häufig waschen möchten. Eine neue Kaltschaum-Matratze mit Polyester-verstepptem, waschbarem Bezug ist zunächst Allergen-frei; damit das so bleibt, gilt es, das Eindringen von Hautschuppen zu verhindern (Molton). Der Einsatz eines Encasing (milbendichte Hülle, beeinflusst die Liegeeigenschaften) kann damit lange hinausgeschoben werden. Rheumatikern empfiehlt sich wegen hoher Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe ein mit Schurwolle versteppter Bezug, dem besonders trockenes Schlafklima zugeschrieben wird. Hiervon unbeeinflusst ist das auch für die Lebensdauer wichtige regelmäßige Lüften der noch warmen Matratze gleich nach dem Aufstehen. Wer zum Schwitzen neigt, sollte zu einer gut durchlüfteten Kernkonstruktion vor allem eine dicke Versteppung des Bezugs wählen.

Das Faservlies muss mit dem Oberstoff versteppt sein, damit es sich nicht beim Gebrauch verschiebt. Die Steppnähte deuten oft als Muster die Liegezonen an, die man sich vor dem Kauf zeigen und erklären lassen sollte.

Verarbeitung/Konfektion
Nicht abnehmbare Bezüge sind mitunter mit einem Reißverschluss verarbeitet, der nicht zu öffnen, sondern nur Produktionsmerkmal ist.

Abnehmbare Bezüge haben einen (hoffentlich) durchgehenden/teilbaren Reißverschluss, so dass jede Hälfte für sich gepflegt werden kann. Bei Rundum-Verarbeitung befindet sich dieser auf halber Höhe der Matratze, die dadurch eine abgerundete Kante hat.

Bei guter Border-Verarbeitung befindet sich der Reißverschluss direkt an der Borderkante, die mit einem Keder (textilgefüllte Paspel) verstärkt ist. Ganz hochwertige Matratzen haben an Ober- und Unterseite einen Verschluss, so dass nur die gerade oben liegende Bezugsseite abgenommen werden muss, wenn ein „Malheur“ passiert ist.

Griffe: Sie dienen dem Drehen und Wenden, nicht dem Herumtragen. Die ca. 30 € Herstellkosten sind manchen Herstellern Grund zum Einsparen. Um die Garantiebedingungen der Matratzenindustrie einzuhalten, sollen Matratzen ca. alle vier Wochen im Wechsel gedreht oder gewendet werden, ohne funktionale Griffe schwer möglich. Matratzen mit Borderkante können und sollten Grifftaschen in ergonomischem Abstand haben.

Weitere Angaben finden Sie auch bei Wikipedia
Informationen im Wörterbuch und zur Rechtschreibung gibt es bei wissen.de
Interessante Angaben zur Wortbedeutung finden Sie bei Wortschatz der Universität Leipzig (dort bitte im Suchfeld den Begriff "Matratze" eingeben).